
Ich hatte mir den Titel eigentlich schon während der Sendung zurechtgelegt: “Das Ende der Spannungspause”. Denn das neue Live-Voting von Unser Star für Baku hat trotz all seiner kleinen Macken und Bedenklichkeiten einen nicht hoch genug zu schätzenden Vorteil gegenüber DSDS und Konsorten: Es macht diese elendigen Spannungspausen vor Verkündung des Abstimmungsergebnisses unmöglich. Das deutsche Reality-TV hat in dieser Hinsicht unwürdige Maßstäbe gesetzt. Hier dauert die bloße Verkündung, welcher Kandidat aus einem Kreis von im Schnitt zehn es nicht in die nächste Runde geschafft hat, gut und gerne mal eine Viertelstunde oder länger. Angefüllt von nichts als Phrasen, Stille und seltsamsten Verkündungsmechanismen, die nur der Streckung der Sendung dienen. ProSiebens Popstars hat unlängst sogar noch einen draufgesetzt und lässt ums Weiterkommen “battlen”, weil sich die Jury seltsamerweise jede Woche aufs Neue gerade zwischen zwei Kandidaten nicht entscheiden kann. Das Live-Voting von Unser Star für Baku macht das unmöglich. Der aktuelle Stand der Publikumsabstimmung ist permanent eingeblendet. Es ergibt keinen Sinn mehr, die Entscheidungs-Verkündung zu verzögern, wenn ohnehin jeder das Ergebnis kennt.
Nun, das war der Eindruck, den ich während der Sendung gewann. Darüberhinaus glaubte ich, dass die Abstimmung ansonsten sehr konventionell verlaufen würde. Obwohl die Zuschauer jederzeit ihre Stimme für jeden beliebigen Kandidaten abgeben konnten, waren wesentliche Veränderungen in der Rangliste nur während der Auftritte und kurz danach sichtbar, wenn der jeweilige Kandidat nach oben schoss – oder eben nur minimal zulegte. Ein Abstimmungsverhalten, das sich in den letzten beiden Jahren wohl schon beim Eurovision Song Contest selber zeigte und schließlich dazu führte, dass das vom Sendebeginn an geöffnete Voting mit dem diesjährigen Contest wieder eingestampft wird. Nimmt man diese Peaks unterschiedlicher Ausprägung zusammen ergibt sich einfach wieder das konventionelle Voting. Und ohne Spannungspause würde das zwar nicht nervig, ohne verdeckte Abstimmung konnte aber auch schnell sehen, wer raus ist und wer wohl weiter. Ich twitterte gar
Thomas D. gefällt mir als Jurychef gut. Aber das Live-Votum hat das Potential zum totalen Spannungskiller, wartet’s ab! #usfb
Ersteres möchte ich weiter unterstreichen, aber bei letzterem lag ich voll daneben. Mehr oder minder. Da hatte ich die Rechnung ohne anrufwütige Zuschauer und ohne den Gierschlund von ProSieben gemacht.

Alle Jahre wieder … gibt es am 1. Weihnachtstag die große Serienbescherung der BBC: Das Weihnachtsspecial von Doctor Who. Einstmals als Anheizer für die bald folgende nächste Staffel geeignet, ist es dieses erst einmal der Schlusspunkt, der die Fans dürsten lässt. Denn neue Folgen gibt es dieses Mal erst im kommenden Herbst. Und als letztes großes Highlight vor der langen Pause war “The Doctor, the Widow and the Wardrobe” schlussendlich doch ein bisschen ernüchternd.
Sieben Folgen Fringe sind diesen Herbst erst auf FOX gelaufen und schon entschwindet die Serie bis zum nächsten Jahr in ihrer Winterpause. Fringe verabschiedet sich quotenmäßig auf einem neuen Tiefpunkt und auch über die Serie selbst lässt sich im Moment leider nicht viel Gutes schreiben. Dazu gibt es einfach viel zu viel, was ich derzeit bei Fringe vermisse.
Ich würde ja gerne mit dem Positiven anfangen, aber das habe ich bereits zur Mitte der Staffel alles aufgeschrieben.